Erinnerungsort für die Opfer des NSU
Zwischen 1999 und 2007 ermordete der rechtsterroristische „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) zehn Menschen, neun von ihnen aus rassistischen Motiven, und verübte drei Sprengstoffanschläge mit zahlreichen Verletzten. Die drei Täter stammten aus Jena und wurden von einem rechtsextremen Netzwerk unterstützt. Dass der NSU so lange unentdeckt blieb, lag maßgeblich am Versagen der Polizei und des Verfassungsschutzes.
Nach der Enttarnung der Terrorzelle im November 2011 setzte sich der Thüringer Landtag intensiv mit dem NSU-Komplex auseinander. Aufgrund der besonderen Verantwortung des Freistaats Thüringen beschloss das Parlament im September 2017 die Errichtung eines Gedenkorts für die Opfer. Dem folgte ein künstlerischer Wettbewerb, in den die Hinterbliebenen eingebunden waren.
Die Installation „Schattenwurf“ erinnert an die Opfer der beispiellosen Mord- und Anschlagsserie des NSU und lädt zum Zuhören ein: Über QR-Codes an den jeweiligen Stützen des Denkmals sind Audiobeiträge mit Erinnerungen der Angehörigen zu den einzelnen Mordopfern vor Ort abrufbar. Diese können über die mobilen Endgeräte der Besucherinnen und Besucher (mit oder ohne Kopfhörer) abgespielt werden.
Auf dieser Webseite finden Sie alle Inhalte des Erinnerungsortes, die Audiobeiträge sind in der Rubrik Erinnerungen zu hören. Die transkribierten Texte sind bei den jeweiligen Audiobeiträgen verfügbar. Sie stammen aus dem Buch von Barbara John und den hinterbliebenen Familien mit dem Titel „Unsere Wunden kann die Zeit nicht heilen“ und können dank freundlicher Genehmigung der Verlag Herder GmbH, Freiburg i. Breisgau, genutzt werden.